Présidentielle 2007

Ein Blog über den französischen Präsidentschaftswahlkampf

Französische Präsidentschaftswahl

Montag, 7. Mai 2007

Ausschreitungen in allen großen Städten

Die Bekanntgabe des Wahlsieges von Nicolas Sarkozy war für manche Franzosen gestern der Startschuss zu Demonstrationen, die teilweise zu gewalttätigen Ausschreitungen ausarteten. In allen großen Städten Frankreichs versammelten sich spontan mehrere Hundert Personen.

Die größte Demonstration fand mit einigen Tausend Teilnehmern in Paris auf dem Platz der Bastille statt, der nach Gewalttaten geräumt wurde. In Marseille demonstrierten 300 Menschen im bekannten Hafenviertel, darunter vor allem Anhänger der trotskistischen Ligue Communiste Révolutionnaire. Bei Ausschreitungen mit der Polizei setzte letztere Tränengas ein.

Auch in Lille lieferten sich auf dem zentralen Grand'Place 150 Jugendliche eineinhalb Stunden lang eine Schlacht mit der Polizei. In Nantes demonstrierten mehrere Tausend friedlich, einige schlugen aber auch Scheiben ein und setzten Mülleimer in Brand.

In Bordeaux versammelten sich 2000 Menschen, darunter vor allem Mitglieder der Parti socialiste, der Grünen und der Ligue communiste révolutionnaire von Olivier Besancenot, dem Viertplatzierten des ersten Wahlgangs, sowie Anarchisten. Die Sicherheitskräfte fürchteten anscheinend einen Marsch auf das Rathaus, denn sie schirmten es weiträumig ab, während im Inneren die örtlichen UMP-Mitglieder den Sieg ihres Kandidaten feierten.

Generell kann man die Legitimität solcher Demonstrationen in Frage stellen, was auch immer man von Sarkozy hält. Immerhin hat das französische Volk mit dem fairsten Instrument, das unsere Demokratien kennen, der allgemeinen Direktwahl, seinen neuen Präsidenten gewählt. So lange es nicht um konkrete Maßnahmen, sondern mit der Präsidentschaftswahl um eine Person geht, werden Meinungen per Stimmzettel ausgedrückt.

Dass minderjährige und damit nicht stimmberechtigte Franzosen das politische Geschehen nicht kalt lässt, zeigte sich schon eindrucksvoll zwischen den beiden Wahlgängen der Präsidentschaftswahl 2002, als es massive Schülerproteste gegen Jean-Marie Le Pen gab. Heute Nachmittag sind auf einem zentralen Platz in Bordeaux einige Dutzend Schüler versammelt, die den vorbeifahrenden Autofahrern Schilder entgegenhalten mit den Aufschriften "Sarkommence" ("es geht los") und "Hupen gegen Sarkozy".


Sarkozy gewinnt mit 53 Prozent der Stimmen gegen Royal

Die ersten inoffiziellen Hochrechnungen, von schweizerischen und belgischen Zeitungen schon ab 17 Uhr vor den offiziellen Schätzungen in Frankreich veröffentlicht, waren im Endeffekt sehr genau: Nicolas Sarkozy gewann die Stichwahl der französischen Präsidentschaftswahl gestern mit 53,06 Prozent gegen Ségolène Royal, die folglich 46,94 Prozent der abgegebenen Stimmen bekam.


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